Samstag, 28. April 2007

Islamische Gemeinschaft Milli Görüş

Heute habe ich versucht, etwas über die "Islamische Gemeinschaft Milli Görüş" herauszufinden. Folgende Infos konnte ich im Internet finden:
Die "Islamische Gemeinschaft Milli Görüş" (IGMG) ist ein großer islamischer Verband in Deutschland mit Verbindungen zur Türkei.
Der Verein wurde 1971 unter dem Namen "Türkische Union Deutschland" gegründet und ist wichtigstes Mitglied im Islamrat.
Der Name "Milli Görüş" wurde ursprünglich mit "Nationale Sicht" übersetzt, heute lautet die offizielle Übersetzung "Monotheistische Ökumene".
Die IGMG wird vom Verfassungsschutz beobachtet. So heißt es im Verfassungsschutzbericht Hessen 2003, dass der Verein nach außen hin zwar Integrationswillen und Bekenntnisse zum Grundgesetz propagiert, im Innern aber islamistische Botschaften verbreitet. Die Mitglieder werden aufgefordert, die islamistische Zeitschrift "Milli Gazete" zu kaufen, die zwar formal unabhängig von der IGMG ist, jedoch deren Inhalte verbreitet. Über die Vertretung im Islamrat müsse die IGMG außerdem nicht selbst Stellung beziehen, sondern könne dies indirekt tun. Der IGMG wird vorgeworfen, eine Parallelgesellschaft bilden zu wollen.
Die IGMG hat in Deutschland ca. 26.500 Mitglieder und betreibt deutschlandweit 274 Moscheen.
Die IGMG wehrt sich heftig gegen die Vorwürfe, eine verfassungsfeindliche und islamistische Vereinigung zu sein. Wenn man dem Verfassungsschutzbericht jedoch glauben schenken darf, verbreitet die IGMG radikale Botschaften, wie z.B.:
"Ein Mann, der nicht das Bedürfnis hat, die Faust gegen den Nichtmuslim zu erheben und ihn aufs Auge zu treffen, kann weder im religiösen noch im terminologischen Sinne als Mann bezeichnet werden"(Milli Gazete, 22. Juli)

Mittwoch, 25. April 2007

Vorurteil:Bombenleger!! Muslime setzen sich für Frieden ein.

Eine merkwürdige Überschrift ,nicht?

Aber sie spiegelt genau das wieder was viele Menschen im ersten Moment
denken wenn sie den Begriff: "Muslime" hören.

Da kommen dann Bemerkungen wie:
" Dennen kann man nicht trauen ;
die sind doch alle kriminell
, der is doch auch so ein Bombenleger" usw......



Für einen normalen Mensch in einer aufgeklärten Gesellschaft, in welcher wir leben, sollten solche Vorurteile der Vergangenheit angehören und nicht noch heute in Wirtschaften die Runde machen.

Die radikalgestimmten Muslime sind ganz klar eine absolute Minderheit und vertreten nicht die Meinung oder die Überzeugung der Mehrheit.Doch leider werden häufig alle Muslime "über einen Kamm geschert" ,was zur Folge hat ,dass häufig Berührungsängste da sind ,wenn es darum geht auf einen muslimischen Mitbürger zuzugehen.

Die Internetseite www.muslime-gegen-terror.de hat schon vor länger Zeit Muslime aufgerufen sich gegen den Terror zu wenden und diesen auch öffentlich zu kritisieren.

Im November 2004 demonstrierten 250.000 Muslime gegen den Terror. Mit dem Slogan
"Gemeinsam für Frieden und gegen Terror"
zogen sie durch Köln und distanzierten sich klar vom Terror durch radikale Fundamentalisten.

Eine weitere Seite, von unzähligen gegen den Terror im Namen Allahs, ist
http://www.nindi.de/ (nindi=Nicht Im Namen Des Islams)


Wie ich schon sagte ,darf man nicht alle über einen Kamm scheren und solche Aussagen wie oben erwähnt sollte man tunlichst unterlassen ,weil sie nur unnötig Streit sähen.

Ps: Wer Rechtschreibfehler findet ,der darf sie behalten^^

mfg Steffen

Montag, 23. April 2007

Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland

Am Montag hab ich mich in der Reli-Freistunde ein wenig mit dem Islamrat beschäftigt und dabei folgendes herausgefunden:
Er wurde 1986 als bundesweite Koordinierungsinstanz für Muslime in Deutschland gegründet. Vorsitzender ist seit 2002 Ali Kızılkaya. Der Islamrat ist ein Verband von 27 kleineren muslimischen Verbände, der größte davon ist Milli Görus, eine muslimische Vereinigung, der islamistische Tendenzen nachgesagt werden, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird und die Mehrheit der Mitglieder des Islamrates sowie den Vorsitzenden stellt.
Der Islamrat versteht sich als Interessengemeinschaft der Muslime in Deutschland und sieht sich zuständig für die Bereiche Theologie, Glaubensunterweisung von Jugendlichen und Erwachsenen sowie das Durchführen von Gottesdiensten.
Der Islamrat bekennt sich uneingeschränkt zum Grundgesetz und zum deutschen Recht. Er strebt die Gleichstellung des Islam mit den christlichen Kirchen an und orientiert sich am Koran.
Er sieht es als seine Aufgabe, die Interessen der Muslime in Deutschland zu vertreten, die Öffentlichkeit über den Islam aufzuklären, sowie "unberechtigte Angriffe gegen den Islam abzuwehren".
Unter "Infothek" auf der Homepage findet sich außerdem ein Artikel, in dem sich der Islamrat für die Befreiung muslimischer Mädchen vom Schwimmunterricht einsetzt. Er beruft sich dabei auf zwei Suren, in den es heißt, "dass sie etwas von ihrem Übergewand [dschalabiyya] über sich ziehen sollen" und "dass sie ihren Schal [ khimar] über ihren Busen schlagen und ihre Reize nur ihren Ehegatten zeigen sollen". Meiner Meinung nach ist dies aber kein handfester Grund, muslimische Mädchen vom Schwimmunterricht befreien zu lassen.
Der Islamrat ist eines der vier Mitglieder des "Koordinierungsrats für Muslime".
Als ich mir die offizielle Adresse gegoogelt habe, bin ich auf etwas kurioses gestoßen: Im selben Gebäude wie der Islamrat befinden sich ein Kampfsportzentrum und eine Matratzenhandlung.

Mittwoch, 11. April 2007

"Koordinierungsrat für Muslime"

Die Muslime in Deutschland haben nun einen Dachverband: Den sogenannten "Koordinierungsrat für Muslime", kurz KMR (keine Ahnung, wie es zu der Abkürzung kommt, "KRM" wäre logischer).
Dieser "Koordinierungsrat" wurde heute als Dachverband folgender vier Verbände gegründet:
dem Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD), der Türkisch-Islamischen Union (Ditip), dem Islamsrat und dem Verband der islamischen Kulturzentren (VIKZ).
Allein das zeigt schon, dass es in Deutschland ein ziemliches Wirrwarr an muslimischen Organisationen gibt. Diese vier Verbände vertreten zusammen ca. 90% der Moscheegemeinden in Deutschland, jedoch nach Schätzungen des Spiegels "kaum mehr als 15 Prozent" der Muslime.
Die radikale Gruppe "Milli Görüs", die vom Verfassungsschutz beobachtet wird, ist nicht direkt vertreten, jedoch indirekt, da sie Mitglied des Islamrats ist.
Die Politiker sind sehr erfreut, dass sie jetzt einen eindeutigen Ansprechpartner Partner haben, Experten weisen jedoch darauf hin, dass die im "Koordinierungsrat" vertretenen Verbände alle sehr konservativ sind und dass sie z.B. die Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit befürworten.
Fazit: Die Politik hat jetzt ihren Ansprechpartner, aber der Wirrwarr an muslimischen Verbänden in Deutschland ist immer noch nicht beseitigt. Außerdem vertritt dieser Ansprechpartner nur einen Teil der Muslime und hat eine sehr konservative Einstellung.
Edit (12.4.07):
Ich habe heute in der RNZ nochmal einen Artikel zu diesem Thema gelesen und möchte noch folgende Dinge hinzufügen:
Die Abkürzung heißt logischerweise KRM, da muss dem Redakteur der Tagesschau ein Tippfehler unterlaufen sein.
In den vier Organisationen sind wirklich nur ungefähr 15% der Muslime in Deutschland Mitglied und dadurch durch sie vertreten. Außerdem sind die Organisationen ihrerseits Dachverbände von mehreren kleineren Verbänden, Organistionen, Vereinen und Moscheesgemeinden. Das ganze sieht ganz nach deutscher Bürokratie aus...
Die vier Verbände konnten sich auch nicht auf einen permanenten Vorsitzenden einigen, sodass der Vorsitzende jedes halbe Jahr wechselt und immer von einem anderen Verband gestellt wird. Der erste Vorsitzende kommt vom Zentralrat der Muslime.