Heute habe ich im Netz etwas über die "Deutsche Islamkonferenz" gefunden, die von unserem Innenminister Wolfgang Schäuble initiiert wurde und für die Gründung des "Koordinierungsrates für Muslime" verantwortlich ist.
Die Deutsche Islamkonferenz tagte erstmalig am 27.09.2006 in Berlin. Mitglieder sind 15 Muslime und 15 Vertreter der Bundes- und Länderregierungen und kommunaler Spitzenverbände.
Vorsitzender der Konferenz ist Wolfgang Schäuble. Alle Mitglieder treffen sich halbjährig zum "Plenum der dreißig", wo dann die Arbeitsresultate der insgesamt vier Ausschüsse besprochen werden, welche alle zwei Monate tagen:
- "Deutsche Gesellschaftsordnung und Wertekonsens"
Gleichberechtigung von Mann und Frau, Familie, Erziehung, polit. Willensbildung,
Demokratie
- "Religionsfragen im deutschen Verfassungsverständnis"
Trennung von Staat und Religion, Moscheeenbau, Islamunterricht an Schulen
- "Wirtschaft und Medien als Brücke"
Jugendliche auf dem Arbeitsmarkt, Abbau von Vorurteilen gegenüber
deutschen/türkischen Medien
- "Sicherheit und Islamismus"
Prävention und Aufdeckung islamistischer Delikte, Verhindern der Radikalisierung
muslimischer Jugendlicher
Vor der zweiten Sitzung der Deutschen Islamkonferenz gab es verschiedene Ansichten:
Schäuble kritisierte , dass der gegründete Koordinierungsrat nur einen kleinen Teil der Muslime vertritt, CSU-Generalsekretär Markus Söder forderte ein lückenloses Bekenntnis zu deutschen Werten, da von Unionspolitikern kritisiert wird, die konservativen Religionsvertreter arbeiteten eher gegen die Integration:
"Ich bin dagegen, dass wir einen falsch verstandenen Dialog in Deutschland führen. Wer auf Dauer hier leben will, der muss sich zu unseren Werten bekennen. Wer sich nicht dazu bekennt, der hat hier keine Zukunft"
Forderungen nach getrenntem Unterricht für Jungen und Mädchen weist die von der Bundesregierung Beauftragte für Integration, Maria Böhmer(CDU) mit folgenden Worten zurück:
"Wir werden nicht zulassen, dass eine kleine Minderheit von Rückwärtsgewandten hier die Regeln ihrer Großväter zu installieren versucht. [...] Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist eines dieser nicht verhandelbaren Grundrechte."
Der neu gegründete Zentralrat der Ex-Muslime kritisierte die Islamkonferenz als integrationsfeindlich und forderte ihre Auflösung.
Trotz all dieser Kritik wird die Islamkonferenz auch gelobt, da sie einen Dialog zwischen Muslimen und den Regierungen ermöglicht. Die zweite Sitzung des "Plenums der dreißig" war gestern, am Mittwoch, den 2.5.2007. Sobald die Ergebnisse dieser Sitzung veröffentlicht werden, werde ich euch informieren.
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Donnerstag, 3. Mai 2007
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