Mittwoch, 2. Mai 2007

Muslimische Frauen in Deutschland

Auf meiner Suche im Internet habe ich eine Seite zum Thema "Muslimische Frauen in Deutschland" gefunden.
Ein weit verbreitetes Bild ist das des frauenunterdrückenden Islam, der die Frauen dazu zwingt, Kopftücher zu tragen, ihnen kaum Rechte zugesteht usw. und sich dabei auf mehrere Suren im Koran beruft, z.B. Sure 4 Vers 34: "Die Männer haben Vollmacht und Verantwortung gegenüber den Frauen, weil Gott die einen vor den anderen bevorzugt hat und weil sie von ihrem Vermögen (für die Frau) ausgegeben haben. Die rechtschaffenen Frauen sind (ihren Männern) demütig ergeben und bewahren das, was geheim gehalten werden soll. Und jene, von denen ihr Widerspenstigkeit befürchtet, ermahnt sie, laßt sie allein in den Betten und straft sie."
Gleichzeitig gibt es aber auch Suren, in denen die Rechte der Frauen verankert sind. Die Stellung der Frau im Islam im allgemeinen wird von Gelehrten sehr unterschiedlich interpretiert, bisweilen widersprechen sich die Interpretationen und die daraus folgenden Empfehlungen.
Die islamischen Frauen in Deutschland sind kaum in islamischen Vereinen vertreten, es gibt jedoch "außermoscheeische" Frauennetzwerke, wie z.B. die HUDA, die auch eine eigene Zeitschrift produziert.
Laut dem Text setzten sich vor allem junge muslimische Frauen freiwillig mit dem Koran und ihrem Glauben auseinander und tragen freiwillig ein Kopftuch.
Sie sind nicht nur religiös, sondern auch karierreorientiert. ("Sie sagen ja zur beruflichen Karriere, aber ohne ihre Religion verleugnen zu müssen")
Allerdings haben sie es durch das Tragen des Kopftuches in Beruf und Gesellschaft oft schwer, da ihnen deshalb mit Vorurteilen begegnet wird und das verbreitete Meinungsbild herrscht, dass sie gezwungen werden, das Kopftuch zu tragen und da dies als Symbol für Frauenunterdrückung gesehen wird.
Es gibt aber auch eine andere Gruppe von muslimischen Frauen:
Solche, die sehr traditionsbewusst und religiös sind, die streng auf Geschlechtertrennung in der Moschee bestehen und die es für eine Sünde halten, "einem fremden Mann die Hand zur Begrüßung zu geben". Im deutschen Alltag ist eine solche Geschlechtertrennung allerdings kaum möglich, weshalb sie in der Regel auch nicht praktiziert wird.
Beide vorgestellten Frauenbilder sind meiner Meinung nach mehr oder weniger Extreme, die Mehrheit der muslimischen Frauen in Deutschland befindet sich wohl irgendwo dazwischen, mal abgesehen von denjenigen, die sowieso nicht besonders gläubig sind (auch da wird es, wie bei uns Christen, eine ganze Reihe geben).

1 Kommentar:

CaroW hat gesagt…

Hi,

ich finde, dass es in allen Religionen verschiedene Gruppen von "Gläubigen" gibt. Die einen nehmen ihre Religion sehr ernst und halten sich streng an die Gebote und Vorschriften, andere wiederum bestehen vielmehr auf das Gemeinschaftsgefühl, die Vermittlung von Werten usw.. So im Islam, als auch im Christentum. Das Schlimme dabei ist, dass manche es übertreiben, zu streng an den Vorschriften festhalten und so den wesentlichen Blick im Leben verlieren.
Allgemein sollte Toleranz innerhalb der Religionen bestehen. Wenn jedoch hierdurch die Menschenrechte und -würde verletzt wird, sollte man sich vergewissern, dass die Grenzen religiösen Handelns überschritten sind.