Freitag, 8. Juni 2007

Evangelischer Kirchentag in Köln

Heute morgen habe ich in der RNZ einen Artikel über den evangelischen Kirchentag in Köln gelesen, den ich im folgenden kurz zusammenfassen möchte.
Aber was hat der evangelische Kirchentag überhaupt mit Muslimen in Deutschland zu tun? Wie schon allein aus der Tatsache zu schließen ist, dass ich hier etwas dazu schreibe, eine ganze Menge.
Seit November letzten Jahres ist das Verhältnis der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und den Muslimen in Deutschland aufgrund der Schrift "Klarheit und gute Nachbarschaft" sehr gespannt. Gestern kam es im Verlauf des zweiten Tages des evangelischen Kirchentags zu einer hitzigen Diskussion über das Thema "Religionsfreiheit", in der Ayyub Axel Köhler, Vorsitzender von Zentralrat und Koordinierungsrat der Muslime in Deutschland, der EKD vorwarf, durch eben diese Schrift einen "Generalverdacht" gegenüber angeblicher Gewaltbereitschaft von Muslimen zu proklamieren. Er sagte, die Schrift spreche die Sprache der Abgrenzung und verstärke Islamophobie in Deutschland. Deutschland tue sich schwer, nicht-christliche Religionsgemeinschaften als gleichwertig zu akzeptieren. Ich denke, dass er damit darauf anspielt, dass die Muslime in Deutschland beispielsweise im Verlauf der Islamkonferenz gefordert haben, als Religionsgemeinschaft anerkannt zu werden und dies bisher noch nicht erreich haben. Köhler sagte weiterhin: "Der Umgang mit den Muslimen in Deutschland ist Prüfstein für die Glaubens- und Gewissensfreiheit und die Freiheit der Glaubensausübung in unserer Republik. Wir erwarten nur Normalität. Wir wollen nicht mehr und auch nicht weniger als das, was die Verfassung an Religionsfreiheit anbietet."
Der EKD-Ratsvorsitzende Huber betonte, dass es keine Alternative zur Religionsfreiheit gibt, die überall gewährleistet sein muss. "Das gilt für Muslime in Deutschland genauso wie für Christen in der Türkei." Damit erinnerte er an die Ermordung von drei Mitarbeitern eines Bibel-Verlages in der Türkei im April.
Er forderte, dass die Muslime das Recht akzeptieren müssen, die Religion zu wechseln oder gar keine zu haben. Es gebe auch in Deutschland noch zum Christentum konvertierte Muslime, die sich nicht trauen, dies zu bekennen.
Im Verlauf der Podiumsdiskussion wurde Huber vorgeworfen, er habe bisher keine öffentliche Äußerungen zum Abbau von Vorurteilen gegenüber Muslimen gemacht. Es sei allerdings ein gewaltiger Fortschritt, dass er eine Einladung muslimischer Vertreter zu einem Gespräch in Mannheim angenommen habe.
Huber stellte daraufhin klar, dass der eigentliche Fortschritt die Einladung in die Moschee sei und dass weder er noch der Rat der EKD zuvor jemals eine solche Einladung abgelehnt hätten.
Die evangelische Kirche will weiterhin am Dialog mit den Muslimen festhalten, den es schon siet 25 Jahren gibt.
Weiterhin habe ich noch einen Kommentar zu diesem Thema gefunden, ebenfalls in der RNZ.
Darin wird kritisiert, dass es die Religionsfreiheit, die Köhler fordert, in Deutschland ja gibt und dass die Muslime in Deutschland diese uneingeschränkt nutzen können. Der Autor vermutet, dass diese Forderung hauptsächlich dazu dient, Anerkennung innerhalb der eigenen Organisation zu bekommen.
Weiterhin heißt es: "Der EKD aber Missionierung und Islamophobie vorzuwerfen, weil sie mit Überzeugung ihre eigene Glaubenspositon vertritt, ist lächerlich. Nichts anderes tut Köhler ja auch."
Wie unschwer zu erkennen ist, ist der Autor sehr kritisch gegenüber Köhler eingestellt.
Damit möchte ich mich verabschieden und allen schöne Restferien wünschen.

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