Montag, 11. Juni 2007

Islam in Württemberg und Leipzig

Heute habe ich mich mal auf der Homepage, die uns Anna mitgeteilt hat, ein wenig umgesehen und zwei Links zu anderen Seiten gefunden, in denen es um die Muslime in Württemberg und Leipzig geht.
Auf der ersten Seite "http://www.gemeindedienst.de/weltanschauung/texte/islam1.htm" gibt es unter der Überschrift "6. Islam in Deutschland und in Württemberg - Aufgabe Integration - Organisationen" Informationen zu Muslimen in Württemberg:
In Deutschland lebten 2006 insgesamt ca. 3,3 Mio. Muslime, in Baden-Württemberg ca. 610.000, was einem Prozentsatz von 5,7 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Etwa ein Drittel dieser Muslime hat die deutsche Staatsbürgerschaft, die Tendenz ist steigend. Zur Zeit muss diskutiert werden, "Wie die Religionsausübung der Muslime Gestalt gewinnen kann und wo sie kollidiert mit anderen Grundrechten". Dabei werden Symbole wie z.B. das Kopftuch in der öffentlichen Diskussion oft überbewertet. Die Mehrheit der Muslime sieht keine Probleme, ihren Glauben im Rahmen des Grundgesetzes ausüben zu können. Zwangsheiraten, Ehrenmorde u.ä. werden oft nicht aus religiösen Gründen ausgeübt, sondern haben ihren Grund oft in bestimmten sozialen und kulturellen Milieus.
Um die Integration voranzutreiben, hat das Land Baden-Württemberg probeweise den Islamunterricht an Schulen eingeführt.
Auf der Seite werden dann noch die einzelnen muslimischen Organisationen vorgestellt, mit denen ich mich aber bisher bereits beschäftigt habe und daher nicht näher darauf eingehen möchte.
Die zweite Seite "http://www.confessio.de/islam/arrahman.htm" enthält einen Artikel über einen Besuch bei einer Moschee in Leipzig.
Das Gebäude der "Ar-Rahman-Moschee" unterscheidet sich äußerlich außer durch ein Schild nicht von einem Wohnhaus. Das bedeutet, es gibt weder Kuppeldach noch Minarett.
Es gibt aber einen Extra-Eingang für Frauen, die auch jeweils ihre eigenen Wasch-, Gebets-, Versammlungs- und Unterrichtsräume haben, die etwas kleiner sind als die "Männer-Version". Die Räume der Moschee sind sehr schlicht gestaltet.
Etwa 50 Muslime gehören zum "harten Kern" der Gemeinde, sie sind regelmäßig bei den Gebeten anwesend. Zum Freitagsgebet können es aber auch mal 400 Gläubige werden.
Im Durchschnitt einmal pro Woche kommt jemand zur Gemeinde hinzu. Ehen dürfen zwar laut Koran auch zwischen Muslimen und Christen/Juden geschlossen werden, aber in Leipzig werden, um Probleme zu vermeiden, nur rein muslimische Ehen geschlossen.
Hassan Dabbagh, der Imam (Vorbeter) der leipziger Moscheegemeinde, hat mit Konversionen zum Islam kein Problem, mit einer Abkehr vom Islam aber sehr:
"Wenn jemand die Wahrheit des Islam erkannt hat, und sie dennoch wieder verlassen will, dann gibt es verschiedene Gesetze. Bei uns darf man das nicht."
Nach einem Gespräch mit dem Imam durften die Autoren des Textes noch beim Mittagsgebet als Beobachter teilnehmen, bevor sie herzlich verabschiedet wurden.
Die Autoren kommen zu folgendem Fazit, dem ich mich anschließen möchte:
"Es bewahrheitet sich einmal mehr die alte Erkenntnis, dass es den Islam genausowenig gibt wie das Christentum, sondern eine große Breite der in diesen Religionen vertretenen Meinungen und Lebensstile. Mit denen gilt es sich konstruktiv auseinanderzusetzen - ohne Verteufelungen und ohne leichtfertige Anbiederungen, sondern in einem offenen und ehrlichen Dialog. Von diesem darf man keine Wunder erwarten, aber im Blick auf ein friedliches Zusammenleben gibt es dazu keine Alternativen."

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